Oder auch: Wie ich mich strukturiere, um bewusst Zeit für mich einzuplanen.
Die Überschrift klingt toll. Sie klingt so, als würde ich immer die Zeit für mich finden, die ich brauche. Ha, schön wär’s! Auch hier fällt die Zeit für mich als erstes hinten runter. Und ja, ich weiß dass das nicht gut ist und ja, ich predige im Coaching und in den Workshops, wie wichtig es ist die eigenen Akkus wieder aufzuladen. Aber mal ehrlich: daran darf ich auch noch ganz stark arbeiten.
Verschiedene Kalender können helfen.
Ich habe allerdings für mich einen Weg gefunden mir immer wieder vor Augen zu führen, wo meine Zeit hingeht und vor allem für wen ich wieviel Zeit aufbringe. Der kleine Nebeneffekt dabei, auch der Rest der Familie, der schon lesen kann (ok, bleibt nur mein Mann) sieht, was hier jeden Tag los ist und wie ich so meine Tage verbringe.
Das Zauberwort ist „Kalender pflegen“. Dabei nutzen wir sowohl einen digitalen Kalender, in den alle Termine rein kommen, die uns als Familie betreffen, als auch zusätzlich einen analogen Kalender, in dem ich auf einen Blick vor Augen habe, an welchem Tag Lücken sind, die ich für mich nutzen kann, wo ich ToDos erledigen kann und auch wie sich meine zeitliche Ressource auf Themen verteilt.
Was steht im digitalen Kalender drin?
Fast alles, aber nicht kleinteilig. Der Mann trägt ein, wann er im Office ist und wann er von zu Hause aus arbeitet. Alle wiederkehrenden Termine der Kinder sind eingetragen: Kinderturnen, Ballett, Schwimmen, Musikschule – die Termine sind fix. Dazu kommen Playdates oder auch Fahrdienste bei den Kindern. Geplante Arzttermine von allen Familienmitgliedern und auch Abendtermine von meinem Mann und mir.
Warum wir das alles in einen gemeinsamen digitalen Kalender schreiben?
Es gibt uns allen einen Überblick und dazu die Freiheit Termine zu planen ohne erst einmal den anderen zu fragen, ob das passt. Am Anfang hat es geruckelt, denn das bedeutet, dass manche Termine in zwei Kalender eingetragen werden müssen. Mittlerweile läuft es wirklich gut und hilft bei der Organisation des Alltags von fünf Personen und auch beim Aufteilen mancher Aufgaben.
Warum noch ein zusätzlicher analoger Kalender?
Den brauche ich für mich. Denn neben den Terminen stehen bei mir auch noch viele ToDos an, die erledigt werden sollten und Zeit für mich wäre auch noch ganz schön.
Bei den ToDos bin ich auch wirklich kleinteilig unterwegs. Ich plane den Wocheneinkauf, die Wäsche, das Blumengießen, das Erledigen von Überweisungen, das Schreiben von Emails, das Vereinbaren von Playdates, das Backen von Geburtstagskuchen, das Vereinbaren von Arztterminen, das Schreiben von Blogartikeln und SocialMedia-Posts, das Besorgen von Geschenken, Themenrecherche und Lernzeiten. Das alles kostet eine Menge Zeit und hat somit auch den passenden Zeitslot in meinem Kalender verdient.
Mein Kalender ist bunt
Als weiteres Tool nutze ich dann noch verschiedene Farben.
Blau für Termine und ToDos, die Familienorganisation betreffen. Also Playdates, Hobbies der Kinder, Arzttermine der Kinder und so etwas.
Lila sind Termine, die mich betreffen, aber keine echte MeTime sind oder die vielleicht die ganze Familie betreffen, aber keine echte Orga sind. Das sind zum Beispiel Treffen mit unseren Freunden, Lernzeit für meine Ausbildung, Arbeitszeit am PC und Termine bei meiner Therapeutin oder bei der Physiotherapie.
In rot trage ich Dinge ein, die nicht mich direkt betreffen, aber Auswirkungen haben oder beachtet werden müssen. Das sind zum Beispiel Abendtermine von meinem Mann, was für mich bedeutet, das sich die Kids an dem Abend alleine ins Bett bringen muss und auch beim Abendessen eher was schnelles auswähle, um nicht zu lange in der Küche zu stehen. Das ist aber auch so etwas wie der Kita-Snack, den wir für eine betroffene Gruppe besorgen und mitbringen müssen.
Die schönste Farbe und gleichzeitig leider die seltenste ist grün. Das ist die echte MeTime. Alleine oder mit einer Freundin in die Sauna, Zeit beim Friseur oder abends Essen gehen mit dem besten Freund – schöne Termine, die den Akku aufladen und Ausgleich zum Familienalltag sind.
Es kommt meistens anders als man plant.
Trotz all der Planerei und dem Offenlegen von Zeitfenstern, zerrinnen Tage natürlich immer mal wieder durch die Finger und gefühlt habe ich nichts geschafft oder die Zeit nicht so genutzt, wie es hätte sein können und das ist in Ordnung. Dann kommen auch immer mal wieder Sachen dazwischen, die mich zwingen umzuplanen und auch das ist eben so. Der Vorteil ist jedoch, dass ich den Überblick behalte und dann neu planen kann.
Vielleicht kannst du auf dem Weg ja auch etwas mehr Struktur in deine Woche bringen und Zeiten aufdecken, die du für dich nutzen kannst.
Bitte beachte aber, dass das so für mich gut funktioniert, für dich aber nicht zwingend hilfreich sein muss. Jeder tickt anders und so helfen jedem auch unterschiedliche Methoden. Es ist nur als Anregung gedacht und zeigt, wie ich es meistens hinbekomme, den Überblick nicht zu verlieren und auch mich nicht ganz vergesse.